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Mein Take
Jetzt fragt ihr euch vielleicht: Ja gut, Thomas, Danke für die Erklärung. But why?
Ziemlich häufig wenn es um Meta-Produkte geht, tendieren Medien dazu die Story ein bisschen zu überdrehen.
Meta kürzt 10% seiner Metaverse-Abteilung? Das Metaverse ist tot!
Jemand benutzt eine Meta Ray-Ban? Glasshole! Wir wussten doch wie gefährlich Smart Glasses sind!
Im Fall der Gesichtserkennung gilt es in der Tat aufmerksam zu sein. Eine Datenbank mit unseren gescannten Gesichtern in den Händen der ICE-Behörde kann wirklich niemand wollen. Und auch wenn es vermutlich schon längst eine solche Datenbank in der einen oder andern Form gibt, brauchen wir dazu nicht noch die freundliche Überwachung durch die Smart Glass des Nachbars.
Für die EU kann grundsätzlich Entwarnung gegeben werden. Denn die Regulierung ist da eindeutig. Selbst in den USA gibt es Bundesländer, in denen Gesichtserkennung strikt verboten ist.
Meta scheint große Lust auf Gesichtserkennung zu haben. Schließlich liegt die Technologie bei ihnen in der Schublade und will genutzt werden. Allerdings zeigt sich doch wie schwer es ist selbst in den USA ein solches Feature zu lancieren. Ein Leak alle paar Jahre über erneute Pläne ist gar kein schlechter Stimmungstest. Auch dieses Jahr können wir feststellen: Nope, haben immer noch keinen Bock darauf.
Wenn ihr also demnächst jemanden mit einer Meta Ray-Ban trefft (vielleicht mich): Er scannt nicht gerade euer Gesicht. Und ihr wisst jetzt auch warum. ;-)
Das Beispiel mit den beiden Boston-Studenten zeigt aber auch, dass Redakteure dazu neigen gerne Quatsch für Klicks zu schreiben. Da ihr jetzt wisst, wie Smart Glasses eingesetzt werden, versteht ihr zukünftige Berichtserstattung hoffentlich besser.
Wie Scott Hayden berichtet hat, war es formal richtig. Ich würde kritisieren, dass er von einem massiven Boost der Nützlichkeit der Brille spricht, zumal man dazu erst mal wissen muss wie OpenClaw funktioniert. Das ist nur was für Bastler. Aber so kann man sachlich über SMart Glasses berichten. Ein Hinweis, dass das eigenlich auch mit anderen Smart Glasses gegangen wäre, hätte ich hilfreich gefunden, um dem Bias ein bisschen entgegenzuwirken.
Und zu guter Letzt dann doch noch ein Hinweis auf die Problematik Meta.
Selbstverständlich ist Meta durchaus problematisch. Ihre Server sitzen in den USA, die von ICE zugegriffen werden können. Meta ist Rekordhalter bei Datenskandalen, sowohl Anzahl als auch Menge der Daten. Und gerade weil Meta für Vieles was sie aktuell tun und in der Vergangenheit getan haben zu kritisieren ist, erwarte ich Korrektheit.
So kann es zum Beispiel sein, dass ein Produkt wie eine KI-Brille dennoch ein nützliches Wearable ist, dass seinen Platz in der Gesellschaft der Zukunft haben kann.
Ein Grund, warum ich mich als Android Fanboy auf die Google Glasses freue (ja, ehrlich. Ich werde berichten). Und ich bin sehr gespannt auf HTCs Aufschlag. Die Brille ist zwar schon gelauncht, allerdings noch nicht in Deutschland.
Ich bin mir sicher: Smart Glasses sind mittlerweile ein nützliches Wearable geworden. Jetzt geht es darum das europäische Regulierung wirkt und wir alternative Anbieter bekommen, die Meta vormachen, wie man datenschutzkonform und dennoch erfolgreich sein kann mit so einem Produkt.
Was wir eher nicht brauchen: Angst vor einem innovativen Produkt aufgrund von Uninformiertheit. |